elisabeth hauner

kunst

NormalitĂ€t? Echt jetzt? đŸŒ·
29. MĂ€rz 2021

Es ist eine verrĂŒckte Zeit. Finde ich. Und dabei wird alles irgendwie immer “normaler”. Das Thema “Normal” hab ich im ersten Lockdown vor einem knappen Jahr schon ziemlich ausfĂŒhrlich “durchdacht”. Aber damit scheine ich wohl nie fertig zu sein. Wie mit ein paar anderen Themen auch 😉

Ich habe mich daran gewöhnt mit der Maske,  erst Stoff-, dann OP-, dann FFP2-Maske unter Menschen zu gehen. Inzwischen habe ich immer eine dabei, vergessen habe ich das schon lange nicht mehr. Es ist zur Routine geworden. Es hilft und das zĂ€hlt. Es ist auch normal geworden, Freunde und Familie nur noch ĂŒber Zoom oder maximal im Freien (0der auch bei weit geöffnetem Fenster bei 0 Grad)  zu sehen und auch das nicht so oft. FĂŒr mich hat es auch an NormalitĂ€t gewonnen, nicht genau zu wissen, was ich jetzt eigentlich darf und mit wem bzw. wann. Zum Beispiel einkaufen – alles andere außer Lebensmittel. Einen Termin vereinbaren um Klamotten einzukaufen đŸ€Ą Da war ich interessanter Weise immer spontan: Kleiderschrank ĂŒber Nacht leer -> Zur Lisbeth fahren -> Powershopping -> Endlich wieder was zum anziehen haben 😎. Die permanenten Änderungen, getrieben durch den Inzidenzwert und nun wohl bald durch eine erneute Notbremse komplett zum Stillstand gebracht,  machen mich ein wenig mĂŒde und rauben mir meinen letzten Rest an SpontanitĂ€t.  Vor jeder Aktion gilt es zu klĂ€ren, ob und in welcher Form jetzt gerade was genau geht. Außer homeoffice, das geht immer 😜.

Zum GlĂŒck war an diesem Wochenende der Inzidenzwert in MĂŒnchen noch unter 100 und somit konnten wir uns die Banksy Ausstellung im Isarforum ansehen. Danke P. fĂŒr Deinen Status, der mich darauf aufmerksam gemacht hat 😘. Ich habe den Namen dieses KĂŒnstlers erst vor ein paar Jahren gehört – bei der StreetArt Ausstellung in der kleinen Olympiahalle. Da gab es einen super interessanten Film ĂŒber diese KĂŒnstler, die ja zwischen “Dunkel und sigst mi ned” ihre Kunstwerke an Mauern und HauswĂ€nde sprayen und immer damit rechnen mĂŒssen erwischt und zur Rechenschaft gezogen zu werden. Nicht so Banksy. Er macht das seit 20 Jahren und keiner weiß wer er ist. Seine Werke werden fĂŒr MillionenbetrĂ€ge gehandelt. Das Bild von den Affen im Unterhaus, das er wohl anlĂ€sslich der Brexit-Theaters entstand,  wurde bei Sotheby’s fĂŒr 9,9 Millionen Pfund versteigert! Ich finde seine Art die Unglaublichkeiten dieser Welt auf den Punkt und in die Welt zu bringen genial. Es regt zum Nachdenken an und das kann nicht schĂ€dlich sein, bei all dem was so abgeht. Ich kann mir vorstellen, dass es leichter fĂ€llt Ungerechtigkeiten öffentlich zu machen, seine Meinung zu adressieren, wenn man das unter einem Pseudonym tun kann. Allerdings frage ich mich auch, wie es funktioniert eine Ausstellung mit jemandem zu organisieren, den man nicht direkt kontaktieren kann, denn eine Website mit Impressum hat Banksy ja wohl nicht 😆

ZurĂŒck zur NormalitĂ€t, die auch beinhaltet, dass Unsicherheit und Unplanbarkeit Alltag werden. Allerdings muss ich gestehen, dass mir das schwer fĂ€llt. Ich brauche fĂŒr viele Dinge extrem lang und FlexibilitĂ€t beinhaltet Tempo. Ein Widerspruch in sich. Es soll alles sehr viel schneller gehen und doch dauert alles sehr viel lĂ€nger. Ganz einfach, weil die KomplexitĂ€t alles mit allem zu verbinden immer mehr zunimmt. Das Wunderkind “Digitalisierung” kann mich nicht zu LuftsprĂŒngen hinreissen – eher zu Ă€rgerlichen TĂ€nzen in  Rumpelstilzchen-Manier. Wenn es z.B. fast zwei Wochen dauert fĂŒr eine neue Mitarbeiterin eine Telefonnummer zu bekommen. “FĂŒr was braucht es eine Telefonnummer? Sie kann doch ĂŒber Teams telefonieren!” Das wir auch mit Menschen außerhalb der Firma kommunizieren, und diese uns auch mal anrufen wollen,  scheint eher ungewöhnlich zu sein. Ein wirklich sehr harmloses Beispiel aus dem Alltag einer “Transformationsgeplagten”. Aber jammern gilt nicht – zumindest nicht auf Dauer. Deswegen stĂŒrze ich mich jetzt gleich wieder in diese verrĂŒckte, neue Arbeitswelt die fĂŒr mich aber schon gleich gar nichts mit NormalitĂ€t zu tun hat.

Was wir brauchen, sind ein paar verrĂŒckte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben. George Bernhard Shaw

Ich wĂŒnsche Dir einen guten Start in diese neue Woche.

 

Zum Innehalten in dieser verrĂŒckten Welt: Eine Minute Gegenwart (Dauer 5 Minuten – es dauert halt alles ein bisschen lĂ€nger 😉)

Die Collage zeigt spontan ausgewĂ€hlte Wörter und Bilder aus der Wochenzeitung “Zeit” vom 18.03. bis 24.03.2021

Dieses Lied habe ich heute erst entdeckt. Crazy World von “The Script”

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