elisabeth hauner

kunst

Älter werden ist nichts für Weicheier,
29. Mai 2022

nur leider gehöre ich zu den Sensibelchen unter dieser Kategorie 🙄

Mir fällt es immer wieder bei anderen auf. Das letzte Mal auf dem Konzert am vergangenen Montag in den Kammerspielen habe ich es bei  Werner Schmidbauer festgestellt. Übrigens ein sehr gelungener Abend, mit einem kleinen Ehemaligen Treff 🤠. Ein ganz anderer Typ, als vor sieben Jahren in der Arena von Verona. So lang ist das schon her. Ja mei. Es gibt Sprünge beim älter werden. Kein Grund für Luftsprünge, aber auch keiner dafür im Boden zu versinken. Wobei. Manchmal auch eine nicht zu verachtende Variante. Nein, nein. Keine Jammerei. Oder warum nicht auch mal jammern? Oder Fakten, die halt sehr emotional daher kommen 😉.  Es braucht einen aktualisierten Abgleich zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung. Der berühmte Schritt, den man zurück zu treten hat, um sich ein Bild machen zu können. Irgendwann funktioniert das mit dem viel zitierten Vogel Strauß einfach nicht mehr.

Nicht nur im Außen, auch im Innen gibt es Veränderungen, die erst mal verdaut werden müssen. Neben der Vergesslichkeit – vor allem Namen könnten sich zu einem Drama aufbauschen, wenn ich das zulassen würde – sind Bewegungsabläufe nicht mehr ganz so geschmeidig wie noch vor, sagen wir mal 2 Jahren. Nach wie vor funktioniert das mit der “Namensfindung” noch mit Umschreibungen, genau so wie früher im Englisch Unterricht, wenn mir die ein oder andere Vokabel nicht eingefallen ist. Da lag es aber dran, dass ich nicht gscheid gelernt hatte.

Was in jedem Fall besser wird – wenn auch gezwungenermaßen – ist die Flexibilität. Wenn joggen nicht mehr geht, dann ist eben Fahrrad fahren die präferierte sportliche Bewegung. Trotzdem graut mir vor dem Tag, an dem ich mir ein Fahrrad mit niedrigem Einstieg kaufen muss… Genauso wie ich kürzlich ein paar Kleidungsstücke aussortiert habe, die mir zwar (noch 😉) passen, die aber nicht mehr ZU MIR passen. Letzten Sommer hatte ich diese auch schon nicht mehr angezogen, aber mit der Hoffnung, dass sich was verändert, habe ich sie nochmal aufgehoben. Na ja es hat sich auch was verändert, aber halt in eine andere Richtung. Wie noch das ein oder andere, das ich hier mal lieber nicht ausführlich thematisiere.

Vergänglichkeit – schon klar. Geht allen anderen auch so. Logisch. Akzeptanz. Auf jedem Fall. Ich hatte mich nur gerade erst so richtig an mich gewöhnt, so wie ich bin. Na, also so, wie ich gerade noch war…

Also auf zu neuen Räumen, um mich lähmender Gewöhnung “zu entraffen”, wie es Hermann Hesse so trefflich formuliert hat.

 

Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche mit dem Übergang zum Monat Juni.

Diesmal die Zeitschnipsel aus der Wochenzeitung “Zeit” vom 19. bis zum 25. Mai 2022

 

Lisa Stansfield zum Thema: Change

 

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