elisabeth hauner

kunst

Spontan ist die neue Routine

Auf nichts ist mehr Verlass! Auch nicht darauf, dass der early-bird wenn, dann am Montag in der Früh kommt 😉 Es gibt nach wie vor keine richtige Routine in der Frequenz - und vielleicht ist das die neue Schiene: SPONTAN Es ist grade irgendwie viel los. Bzw. geplant und klappt dann doch nicht, was nicht schlimm ist, weil dann dadurch wieder Raum für was anderes entsteht und manchmal bleibt einfach der Raum übrig - ungefüllt. Erholung pur. Mit einem Hauch von "fast schon wohltuender Langeweile". Das Lichtermeer auf der Theresienwiese. Mit (Leucht)-Kraft und ohne Randale. Nicht leise, aber auch nicht mit viel Geschrei. Mit Gänsehaut, als die Teilnehmerzahl bekannt gegeben wurde. Die schweigende Mehrheit wird sicht- und hörbar. Es macht einen Unterschied! Gut so! Beinahe wären wir auf einem Konzert von "Jazzrausch" in der kleinen Olympiahalle gewesen und fast schon im Kino um den Film "Anatomie eines Falls" anzuschauen. Holen wir nach, läuft nicht davon. Geklappt hat der Workshop im Kloster Congregatio (bei den Englischen Fräulein) beim Nymphenburger Schloßpark. Es ging darum ein Thema, das einen gerade beschäftigt mit Wachsmalkreiden zu  "erfassen" und bildhaft vorzustellen. Dabei lag der Fokus nicht darauf malerische Kunstwerke abzuliefern, sondern mittels Bildsprache - ohne Worte -  zu erzählen.  Besonders spannend war folgende Übung: Aus dem "Themenbild" hat jeder einen Aspekt auf ein neues Blatt übernommen. Im Kreis von 7 Personen hat dann jeder diesen "Bildausschnitt"...

mehr lesen

Eigentlich

Ja, eigentlich hatte ich vor, all die Weisheiten, die W. Schmidbauer auf der letzten Seite im Zeit-Magazin hinterlassen hatte, monatlich nacheinander als Thema zu wählen und entsprechend für mich zu interpretieren. Aber das Wort "eigentlich" (übrigens überhaupt nicht erwünscht in Gefahrgutschulungen, ich nehme an weil darin schon ein gewisser Zweifel mitschwingt und in diesem Bereich in jedem Fall Klarheit und Eindeutigkeit erforderlich sind - schon zwecks der persönlichen Zuordnung drohender Bußgelder 😉 ) lässt schon erahnen, dass ich es mir anders überlegt habe. Eigentlich dachte ich auch, dass diese Gefahrgutschulung im Headquarter letzte Woche die letzte gewesen wäre, die sich von mir vorbereiten und organisieren lassen würde. Falsch gedacht. Unser externer Gefahrgutbeauftragte meinte, dass es dringend erforderlich sei, ein Training für die betroffenen Mitarbeiter in Berlin anzusetzen und mir das Wort "eigentlich" hier in keinster Weise aus meiner Verpflichtung heraushelfen würde. Na gut, dann fahr ich halt nochmal nach Berlin. Eine gute Gelegenheit sich von ein paar Kollegen direkt zu verabschieden und daraus ein langes Wochenende mit wunderbarer Begleitung zu planen. Apropos wunderbare Begleitung. Die führt mich zu meinem nächsten "Eigentlich". Denn eigentlich bin ich überhaupt keine Partyschnecke. Aber das Geburtstagsfest am vergangenen Freitag (Jahreszahlen werden aus Datenschutzgründen einfach weggelassen) war super Klasse. Ich habe lecker gegessen (und dabei die...

mehr lesen

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Nein, ich werde nicht das wunderbare Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse zitieren. Ich starte mit ein paar Worten von Wolfgang Schmidtbauer, seines Zeichens Psychotherapeut und Schriftsteller. Die letzte Seite im Zeit Magazin wird jeweils von einem, meist bekannten, Menschen mit Weisheiten gestaltet. Sätze, die darüber erzählen, was der, oder diejenige gerne früher gewusst hätte. Die Auswahl von Wolfgang Schmidtbauer lädt dazu ein, sie immer wieder zu lesen und zu teilen. Meine absolute Nummer 1: "Wer im Leben alles richtig macht, wird nicht glücklich, sondern depressiv." Ich habe diese Weisheit für mich minimal angepasst: "Wer im Leben versucht alles richtig zu machen, wird nicht glücklich, sondern depressiv." Für mich birgt der Versuch es richtig zu machen, die Versuchung es allen Recht machen zu wollen, um ja nicht anzuecken. Bzw. um ja keine eigene Stellung zu beziehen um Angriffsfläche zu vermeiden. Da kenne ich mich ganz gut aus. Mein erster und an Jahren längster Chef, hat mal in einem Jahresendgespräch (Year End Review, für alle die wissen wovon ich spreche ;-)) zu mir gesagt: "Oh mei Elisabeth, Du willst es immer noch gut machen, oder?". Ich hab mir innerlich gedacht "Na klar, Du Hirsch, was denn sonst?". Die Weisheit in seiner Frage konnte ich damals noch nicht erkennen... Richtig machen. Die Frage ist, was ist denn das eigentlich, "richtig"? Auch wieder das Normale, das was die Mehrheit macht, weil man es so macht? Ist es das ethisch korrekte? Oder das...

mehr lesen

Noch nicht einmal mehr 1 Jahr…

... und dann bin ich eine "Freifrau" - also eine "von Erwerbsarbeit" freie Frau. WOW! Der 1. November 2024 wir zu meinem persönlichen Feiertag erkoren. Aber wie gesagt, bis dahin ist noch ein knappes Jahr und das wird wahrscheinlich ganz anders, als ich es mir gerade noch vorgestellt hatte. Weil, meine Nachfolge ist schon geregelt und ich gebe mein Team bereits step by step an sie ab. Zum 1. Januar wird das ganze dann im System und Organigramm offizialisiert. Dann ändert sich auch mein Titel. Von "Supervisor" zu "Senior Expert". Die beste aller Freundinnen hat mich gefragt, ob es mir jetzt zu schnell gehen würde? Und das kann ich mit einem klaren "Jein" beantworten. Ich hatte die vorzeitige Übergabe "angeregt". Aber Theorie und Praxis waren schon immer zwei paar Stiefel. Einerseits war ich nicht davon ausgegangen, dass ich noch dieses Jahr mit der Einarbeitung der Kollegin beginnen würde. Vor allem hatte ich nicht auf dem Schirm, dass die Wiedereingliederung eines Bereiches, den ich vor ziemlich genau zwei Jahren abgegeben hatte, damit einher gehen würde. Dies führt zu einer Doppelspitzen-Frauenpower. Zwei Kolleginnen, die in Teilzeit dann gemeinsam diese zwei Bereiche leiten werden. Ein Novum in diesem Konzern.  Andererseits bin ich total froh, dass die Verantwortung für das Team mit dem Jahresende auch zu Ende geht. Und natürlich ist es komisch. Die Vorwegnahme des Aufhörens. Und jeder macht das ja anders. Die Mitarbeiterführung und die fachliche Teamleitung. Es ist nicht...

mehr lesen

Ich hätte gerne einen Orden

Es gibt Dinge, für die ich mir (aus meiner Sicht) einen Orden verdient hätte. Dazu gehören so banale Dinge, wie die Unterlagen für die Steuererklärung zusammenzustellen und meinem Steuerberater zur Bearbeitung zu übergeben. Dabei bekomme ich hinterher, wenn alles gut geht, sogar Geld zurück. Allerdings nicht unbedingt durch meine Vorarbeit, sondern durch die Zeit und das Geschick die mein Steuerberater da rein steckt... Oder ein quälendes Reklamationsgespräch mit der Telekom zu führen, weil das W-LAN instabil ist, dass darin mündet, dass per DHL ein neuer Speedrouter bei mir landet. Insgeheim überlege ich zu diesem Zeitpunkt, ob ich von meinem Widerrufsrecht Gebrauch machen soll um folgendes NICHT tun zu müssen: Den Speedrouter 4 eigenständig anschalten, damit er sich verbindet. Er macht das völlig selbständig, aber ich habe hinterher das Gefühl eine großartige IT Leistung vollbracht zu haben. Wenn dann jetzt die Teams-Besprechungen wieder mit Video funktionieren bin ich reif für den IT-Nobelpreis in der Kategorie "Digitaler Weltbürger"... Vielleicht geht es Dir ja auch so? Es kann z.B. sein, dass man insgeheim einen roten Teppich ausgerollt und persönlich begrüßt werden möchte, wenn man anstatt mit dem Auto (günstiger) mit der Bahn (fast doppelt so teuer!) fährt, obwohl man vollkommen davon überzeugt ist, mit der Wahl der Bahn das Richtige zu tun.  Und schwupps bin ich bei einem sehr interessanten Thema, das im Rahmen des KLIMAHERBSTES diskutiert wurde. Diese...

mehr lesen

Zammreissen ist angesagt

Ich war am Sonntag mit Wolfgang bei meiner ersten Wahlveranstaltung überhaupt. Ich bin ja nicht so der Bierzelttyp. Zum Glück haben die Grünen ihren Landtagswahlkampfendspurt im Theater "Werk 7" im Werksviertel am Ostbahnhof eingeläutet. Neben den Lokalmatadoren Katharina Schulze und Ludwig Hartmann war auch Annalena Baerbock vor Ort. Ich fand es schon besonders die Außenministerin live zu sehen und zu hören. Sie ähnelt meiner neuen Chefin - eine Ladung gebündelte, neue Energie. Die Grünen haben in letzter Zeit viel Schelte bekommen, teils zu Recht und teils aus meiner Sicht völlig ungerechtfertigt. Ja, es werden Fehler gemacht. Aber wie heißt es so schön: "Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein". Reflektion ist in machen Kreisen nicht angesagt und so wurden bei einer Wahlveranstaltung der Grünen auf dem Land faule Eier, Tomaten und tatsächlich STEINE vor dem Zelt angeboten! Eine wirklich ganz besonders witzige Idee.  Wer so etwas als Scherz versteht darf nicht mit Toleranz rechnen. Da ist dann echt Schluss mit lustig. Vor kurzem habe ich die Diagnose "Reizdarm" bekommen und D. hat mich gefragt, was mich so sehr reizt, dass mein Darm auf diese Weise reagiert. Ich habe ihr geantwortet, dass ich wütend bin. Auf die Politik, auf die Arbeit, auf die Menschen und das Leben insgesamt. Es läuft so viel schief. Vor allem, weil wir Menschen nicht bereit sind zu akzeptieren, dass im Leben nichts fix ist und Veränderungen unabdingbar dazu gehören. Unsere Amygdala braucht...

mehr lesen

Humor ist…

... alternativlos. Ja, ich weiß der Begriff ist politisch vorbelastet - gerade deshalb passt er so gut zum Humor ?). Und über sich selbst zu lachen ist eine Grundvoraussetzung um eigene Fehler, Fettnäpfchen in die man tritt, blöde Ausraster, (zu) laute Ansagen etc. aufzulösen. Natürlich gehört hier und da noch eine (ernst gemeinte) Entschuldigung dazu. Und dann darf es das sein. Achtsamkeit kann nicht 24/7 aufrecht erhalten werden (Erleuchtete ausgenommen - davon gibt es leider nicht so viele) und so passiert es schon mal dass mir jemand einen Knopf drückt und ich spontan reagiere. So geschehen letzte Woche im Arbeitskontext. Ich glaube, gerade weil ich üblicherweise eher bedächtig handle und reagiere erschrecken Menschen besonders, wenn ich laut und ärgerlich auftrete. Wenn ich mich verhonepipelt fühle, dann hat die Bedächtigkeit ein Loch. Wenigstens ernst ? könnten mich die Menschen im Arbeitskontext nehmen. Weil immerhin mache ich den Kram schon 31 Jahre! Und ich weiß doch, wie es geht. Wenn ich irgend etwas mit Sicherheit weiß, dann die Tatsache, dass das, was mich an anderen aufregt definitiv etwas mit mir zu tun hat.  Und es macht irgendwie so gar keinen Spaß das dann näher zu betrachten. Weil, es kann ja gar nicht sein, dass ich besserwisserische Anteile habe und zudem noch einen kleinen Komplex, weil ich nicht studiert habe (den habe ich wirklich schon x-fach mit Nachdruck bearbeitet und außerdem mit Erfahrung kompensiert). Und genau zuhören tue ich doch auch immer...

mehr lesen

Ein Chef geht…

Das Booklet ist gebunden mit lauter guten Wünschen, Fotos und kleinen Anekdoten von aktuellen und Ex-Kolleg*Innen. Einige persönliche Videobotschaften von anderen Kollegen sind auf einen Stick gezogen. Das Geldgeschenk ist gebastelt und in einen noch schnell schwarz gestrichenen Rahmen geklebt. Die Rede ist geschrieben, geübt und von Wolfgang als "gut und genau so" abgesegnet worden und schließlich noch der Kuchen gebacken. Und heute ist es jetzt so weit, der letzte Tag von meinem Chef "im aktiven Dienst" bricht an. Also nicht ganz, weil er morgen seine Nachfolgerin noch kurz in die wesentlichen Themen und Personalien einführen wird. Aber in jedem Fall wird er heute Nachmittag verabschiedet. Zum Glück live und in Präsenz bzw. Hybrid, weil der ein oder die andere aus Österreich, Berlin oder Dresden trotz der Entfernung gern dabei sein möchte. Wer hier schon länger bei mir mit liest weiß, dass mein Tor die Vergänglichkeit ist. Die Konfrontation damit, dass Dinge und Menschen sich ändern, dass Projekte zu Ende gehen, Beziehungen von Veränderung geprägt sind, Menschen sich verabschieden und dass wirklich alles im Leben ein "Mindesthaltbarkeitsdatum" hat. Darüber bin ich erreichbar. Emotional und philosophisch und vor allem sehr tief. Manchmal ist es schmerzhaft, manchmal etwas leichter, aber immer berühren mich diese Gelegenheiten und ich bin froh, wenn ich sagen kann, dass die Beziehung von Aufrichtigkeit, Wertschätzung und liebevoller oder freundlicher Akzeptanz geprägt war. ...

mehr lesen

Die Haut in der man steckt

Meist kommen mehrere Dinge zusammen um ein Thema näher zu betrachten, mich damit zu beschäftigen und dann hier schreibend anzunähern. Diesmal war es ein Podcast vom B1 "Die blaue Couch" - auf der saß in dieser Folge Sabine Asgodom - im Juni 70 Jahre alt geworden. Der Film "The way we were" mit Barbara Streisand und Robert Redford. Ein Frühstück auf meinem Balkon mit Wolfgang mit einem (leider) geschlossenen Sonnenschirm, der frisch montiert seinem ersten Einsatz entgegenfieberte. Eine Ausstellung in der Villa Stuck zusammen mit M. und einem ausgiebigen Kaffee und Kuchen Ratsch im Innenhofcafe. Und schließlich die Reflektion der letzten Woche. "Der oder die... kann nicht aus seiner/ihrer Haut". Diesen Satz habe ich oft gehört und auch schon öfters verwendet. "Er / sie ist halt so..." Das hat P. eine ehemalige Kollegin über meinen (noch) aktuellen Chef mal gesagt. Sie hat es damals aber nicht genervt oder resigniert gesagt, sondern mit einem Ton der eine gewisse Toleranz und ja, auch Mitgefühl mitschwingen ließ. Für ihn organisiere ich gerade den Abschied, weil der neue Chef/Chef ihn noch gar nicht kennt und ich der Meinung bin, dass man nach 33 Jahren in der Firma einen gscheidn Abschied verdient hat. Vor allem, wenn man mit der von ihm an den Tag gelegten Loyalität bis zum Schluss immer das Beste für die Firma herausholen wollte. Das war mit ein Grund warum die ehemalige Kollegin (und auch ich) ihn manchmal auf den Mond hätten schießen wollen. Bei aller Toleranz. Aber nun...

mehr lesen

Bedürfnisse und Strategien

Immer, wenn ich zur Pediküre gehe, muss ich an einen YouTube Vortrag von Gerald Hüther denken. Darin echauffierte er sich darüber, dass wir Menschen für alles und jedes immer häufiger einen "Spezialisten" aufsuchen. Wir würden jegliche Kompetenz aus der Hand geben und als Beispiel nannte er den "Zehennägelschneider". Im tieferen Sinn ging es aber auch um Vereinsamung und dass gerade die Älteren in der Gesellschafft zu wenige persönliche Kontakte hätten und somit niemanden, den sie um Unterstützung bitten könnten. In dem Zusammenhang finde ich das Beispiel allerdings nicht ganz so gelungen. Ich weiß nicht, ob ich es als "Freundschaftsdienst" einstufen würde... Ich bin sehr dafür Aufgaben, die ich nicht sooo gerne mache outzusourcen (diese Wort war geschäftlich früher omnipräsent - heute bekomme ich es kaum noch zu hören - was ist denn da passiert?), wenn es erschwinglich ist, und die Zeit die ich damit "gewinne" mit erfreulicheren Themen zu belegen. In diesem Fall habe ich die Zeit im Nagelstudio genutzt die Unterlagen aus dem GFK (Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg) Workshop vom 8. Juli nochmal durchzublättern. Der Unterschied zwischen Wahrnehmung/Beobachtung und Interpretation wurden ebenso wie der Gegensatz von Gefühlen und Gedanken (bzw. Pseudogefühlen) vorgestellt und in Kleingruppen geübt. Grundlegende Bedürfnisse und Strategien um diese zu erfüllen wurden differenziert. Es ist erstaunlich, wie viele Bedürfnisse manchmal mit einer Handlung erfüllt werden...

mehr lesen

Das ist kein Reisebericht 😉

Wir lesen uns gerade literarische Kolumnen von Mariana Leky aus dem Buch "Kummer aller Art" vor. Also jetzt am Wochenende habe vorwiegend ich gelesen, weil eine heftige Erkältung Wolfgang die Stimme versagt. Die Sprache und der Witz von Mariana Leky sind wirklich grandios. Man könnte dieses Buch fast auf Rezept verschreiben lassen, weil die Wirkung durchgängig stimmungsaufhellend und sehr erheiternd ist. Ich habe mich gefragt, welchen Aspekt sie aufgreifen würde, um für den early Bird eine kleine New York Geschichte zu schreiben? Wir haben so viel unternommen und erlebt, dass ich mich tatsächlich sortieren muss. Deshalb fange ich von hinten her an, obwohl man ja das Pferd nie von hinten aufzäumen sollte. Aber wenn man vor lauter Eindrücken nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist, sei es erlaubt erst mal im "Hier und Jetzt" anzukommen 😉 Jetlag ist jetzt nicht mehr nur ein Wort für mich, sondern ein Körpererlebnis der anderen Art. Obwohl - es fühlt sich ähnlich an, wie eine fette Grippe - nur ohne Husten, Schnupfen und Fieber. Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Desorientierung, Bauchgrummeln mit nachhaltigen Anschlußsymptomen, unendliche Müdigkeit und das ganz starke Gefühl von einer Dampfwalze überrollt worden zu sein. Wolfgang hatte die Grippesymptome noch on top 🙁 Also beschwere ich mich hier jetzt nicht großartig, sondern hake das Thema als Erfahrung ab. Braucht eigentlich kein Mensch, aber vielleicht doch um zu erkennen, dass es wirklich einen ganz eigenen Biorhythmus...

mehr lesen

Ich war noch niemals in New York…

...und ich war auch noch nie auf Hawaii. Aber die Reise nach New York steht nun sowas von kurz bevor, dass sich die Aufregung - ich glaube man nennt es "Reisefieber" 😉 - nicht mehr ignorieren lässt. Am Freitag habe ich noch eine liebe Kollegin verabschiedet, unseren neuen Chef/Chef kennen gelernt (er sieht aus wie dieser Fifa-Chef; klein, drahtig und ohne Haare) und unsere Produktneueinführung mit begleitet. Es gibt Gerüchte, dass es lange Schlangen vor unseren Stores gegeben hat. Apple like. Eigentlich nicht "Consumercentric", aber anscheinend doch eine gewollte "Consumer- Experience". Auf all das darf ich die nächsten drei Wochen verzichten. Das ist erst mal eine Experience! Und morgen geht es dann tatsächlich los. Vollgepackt mit Insidertipps und einer langen Liste, auf der all das steht, was wir gern "mitnehmen" würden. Museen, Musical, Bars, Stadtviertel, Highline, Livemusik... Und dann werden wir mal sehen, was wir alles weglassen werden, um uns einfach treiben zu lassen oder in einem Park abzuhängen. New York erleben, staunen, riechen, schmecken - mit allen Sinnen wahrnehmen. Aber jetzt steht akut Koffer packen an. Mal sehen, was ich da "mitnehme" bzw. "weglassen" kann. Um dem Koffer ein bissen "Luft zu lassen", damit er für die Heimreise ein paar Souveniers einatmen kann. Die dann eine besondere Bedeutung für mich haben werden. Da werde ich eine Zeitlang den Aus-Atem verlängern müssen. Das beruhigt. Wenn ich mir im Nachgang die Kreditkartenabrechnung ansehen...

mehr lesen

Eine Hochzeit und andere Mai-Lights

Der Wonnemonat Mai hat sich dieses Jahr wirklich sehr geziert. Wie eine Diva. Die sich ankündigt und dann doch noch eine interessantere Einladung bekommt und uns buchstäblich im Regen stehen lässt. Zähneklappernd und mit zunehmender Frühlingsresignation die warme Jeans und die dicke Winterjacke in die Verlängerung geschickt. Während der neue Hosenanzug immer noch im Schrank auf seinen ersten Auftritt warten muss. In diesem Kontext haben wir den Muttertag eingemummelt auf den Straßen Sendlings verbracht. Einstellige Temperaturen, aber immerhin trocken. Eine Stadtführung von A. Die zweite dieser Art. Nach dem Schlachthofviertel nun interessante und kurzweilige Geschichten zu dem Teil Münchens, in dem ich bereits seit  19 Jahren lebe. Von Architekten und vor allem einer ArchitekTIN. Von Wohnungsbaugenossenschaften. Von Trambahnen, die von Pferden die Lindwurmstrasse hinauf zum Stemmerhof und noch weiter gezogen worden waren. Fotos, die Schulen und andere Gebäude zeigen, die mitten in die Landschaft gepflanzt wurden. Stolpersteine, die an jüdische Schicksale erinnern sollen und aus anderer Perspektive mit Füßen getreten werden. Aufwärmen im Stemmerhof unter lauter Muttertagsgesellschaften und nach dem zweiten Teil der Führung - endlich die Sonne. Ins Gesicht zu Kaffee und Kuchen beim Café Stenz. Dann am Montag wieder Regen. Abschluss der Schreibwerkstatt in Pasing mit wunderbaren Geschichten über eine späte Liebe, die tragisch endet, einem Muttertagsevent mit veganer Ente und...

mehr lesen

Von der Seele schreiben

Ich nehme seit Ende April an einem Schreibkurs bei der Volkshochschule teil. Vier Abende. Der Titel "Von der Seele schreiben" hatte mich angesprochen. Und vielleicht auch etwas versprochen. Die vordergründige Idee war "Schreibstoff"  zu sammeln und Techniken zu lernen um damit wieder eine Regelmäßigkeit in den "early-Bird" zu bekommen. Neue Themen, die mich begeistern, die mir wichtig sind (oder das Potential dazu haben).  Am ersten Abend haben wir unter anderem ein "Elfchen" geschrieben. Das war mir bekannt aus einem Kurs bei Jenny. Als Hausaufgabe bis zum nächsten Kursabend sollten wir einen Text schreiben z.B. über Tische, an denen wir gesessen haben. Oder Frisuren, die wir in unserem Leben schon hatten. Eine andere Idee war über eine Erinnerung zu schreiben. Ich erinnerte mich an das erste Nachtmalen mit Nachtmahl am Karfreitag 2012. Es wurde ein ellenlanger Text, völlig uninspiriert und ohne Emotionalität. Im Nachhinein betrachtet habe ich ein Protokoll geschrieben. Gespickt mit Daten und Fakten. Keine Geschichte. Tatsächlich schreibe ich gerne Protokolle im Büro (wer schreibt, der bleibt). Ich fand es immer sehr hilfreich mich nochmals mit dem besprochenem zu beschäftigen und Struktur in Themen zu bringen. Aufgaben zuzuordnen und Timings zu benennen. Völlig unemotional. Sachlich. Total ungefährlich. Für den dritten Abend sollten wir Listen über Räume und Orte in unserem Leben anfertigen. Verluste, die wir in unserem Leben gehabt haben. Nie gestellte Fragen und nie...

mehr lesen

Retreat mit Nebenwirkungen

Die Osterferien sind rum und zum Glück scheint sich auch der grippale Infekt, der mich jetzt 2 Wochen ohne mein Einverständnis "begleitet" hat, langsam zu verabschieden. Zumindest hat er letzte Woche schon das Fieber und die Gliederschmerzen in den Koffer gepackt und am Freitag den Husten dazu gelegt. Fehlt nur noch die Schnupfnase und der letzte Rest zum ganz gesund sein. Dann verfrachte ich ihn eigenhändig zum Bahnhof und setzte ihn in den Zug nach "Nirgendwo" 😉 Die Woche vor der Karwoche bin ich am Mittwoch über Gauting gefahren um eine andere Teilnehmerin des Retreats einzusammeln, und mit ihr gemeinsam Richtung Augsburg, um genau zu sein nach Altenmünster zu fahren. Zuletzt hatte ich im Sommer 2019, während meines Sabbaticals, an einem Präsenz-Schweige-Retreat teilgenommen. Wir waren früh dran und konnten in Ruhe unsere Zimmer und die Betten beziehen und hatten noch einen Moment bis zum Start mit dem Abendessen. Irritiert hat mich beim Eintreten in den Speiseraum der Anblick einer medizinischen Maske auf dem Gesicht von B., die ich beim "Women of the heart" Wochenende kennen gelernt hatte. Sie hustete und nieste was das Zeug hielt und ich fragte mich im Stillen, warum manche Menschen einfach alles teilen müssen. Und konkreter, warum sich B. nicht einfach ins Bett gelegt hatte um sich auszukurieren sondern anscheinend ganz "bewusst" das Risiko eingegangen war (dann auch ohne Maske), alle Teilnehmer anzustecken. Frechheit! Leider habe ich es nicht direkt zu ihr gesagt....

mehr lesen

Nein, ich bin kein Alien – meine Bedürfnisse werden nur anders erfüllt

Allerdings fühle ich mich manchmal völlig fremd und nicht dazu gehörig. Zuletzt in der vorherigen Woche. Ich war zu einem Projekt-Ende-Abendessen eingeladen.  Der Anlass war eigentlich noch gar nicht erreicht und Projektleitung (die ich sehr schätze) in einem Meeting, lt. verschiedenen Quellen aus diesem Grund massiv von der Geschäftsleitung angegangen worden. Dass ein Dienstleisterwechsel immer Minimum 6 bis 12 Monate braucht bis aus eckigen Annäherung wieder runde Prozesse werden, ist eigentlich völlig klar. Gerade dann, wenn völlig verkünstelt eine eierlegende Wollmilchsau für kleines Geld im Lastenheft definiert wurde.  Sei's drum. Ich fand mich also letzten Donnerstag in einem schicken Chinesen in Schwabing wieder. Ich hatte im Grunde nur im Ausschreibungsprozess mitgearbeitet und kannte die Hälfte der Gesellschaft nicht. Die Gespräche drehten sich um tolle neue Projekte, tolle Flugreisen, das tolle bevorstehende Event in Berlin, tolle Selbstdarstellungen und noch tolleres Vokabular um diese tollen Geschichten "zu posten". Die gefühlt fünfzigseitige Speisekarte habe ich nur bis dahin gelesen, bis mir das erste Gericht zugesagt hat. Das habe ich dann bestellt, sonst hätte ich nie zu einer Entscheidung gefunden. In solchen Momenten frage ich mich, was ich da, wo ich gerade bin, eigentlich soll. Das veranlasst mich dann meistens dazu, erst ein Mal die Toilette aufzusuchen - um Zeit zu gewinnen.  Na ja ein Lottogewinn ist es nicht gerade - einfach eine kurze Pause. O.k....

mehr lesen

Hühnersuppe gehört nicht in die Tastatur

Nein, nicht mal ein Tropfen. Leider hatte ich beim Kochen den Laptop genutzt um das Rezept anzuzeigen und jetzt geht die Leertaste nicht mehr geschmeidig, weil ich beim Kochen immer "rumtritschel". Kann ich nix dafür - habe ich von meiner Mutter geerbt. Aber weil ich das weiß, hätte ich besser das Pad genutzt. Gerade bei der Serie, die ich gerade hinter mir habe, wäre es vorteilhaft sich zu konzentrieren, zu überlegen und dann zu machen und nicht andersherum. Aber es hilft nicht über verschüttete Hühnersuppe zu jammern, dafür muss man schon Milch verschütten. Und selbst da hilft lamentieren eher wenig. Und so will ich meine Zeit nicht damit verschwenden, sondern komme zum Punkt. Zum Schmerzpunkt. Allerdings wird auch das darüber schreiben nicht wo viel bringen, außer vielleicht ein bisschen Erhellung oder Ärger bei Dir und Luft bei mir. Wobei ich gar nicht ärgern will, sondern aufmerksam machen. Es geht um Retourenlogistik. Davon verstehe ich ein bisschen was, weil ich das bei uns im Unternehmen seit ein paar Jahren mache. Interessiert im Grunde keinen, außer man kann sich damit Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben. Machen auch viele. Wir auch. Wenn gemogelt wird, nennt man das dann "Greenwashing". Dann wars aber natürlich wieder keiner. Was aber eine Marke die mit Z anfängt, veranstaltet ist einfach perfide. Ich war gerade eben zum ersten Mal auf deren Website. Der Versand ist kostenlos und man hat sage und schreibe 100 Tage Rückgaberecht. Interessanterweise...

mehr lesen

Gehirnforschung und KI

Heute habe ich gar keinen richtigen Plan - macht aber nix. Ich fange jetzt einfach mal an. Schaun ma moi, dann seng ma's scho. Aber von irgendwo muss ich ja starten... Ah ja, da gibt es etwas. Ich habe von R. einen Link zu einem Jahresauftagskongress bekommen, den Veit Lindau mit dem Titel "zukunftsWERK" im Januar initiiert hat. Er steht kostenlos online zur Verfügung und hält Gespräche mit ein paar mir bekannten und vielen neuen Namen bereit. Begonnen habe ich mit dem Interview mit Gerald Hüther, einem Hirnforscher, der nicht müde wird zu postulieren, dass man bis ins hohe Alter Neues lernen und vor allem die eigenen Denkstrukturen verändern kann. Davon muss er mich tatsächlich nicht mehr überzeugen, das hat bereits Rick Hanson, ein Neuropsychologe aus Kalifornien geschafft, der Ergebnisse seiner Hirnforschung im Zusammenhang mit dem Thema Achtsamkeit in die Welt trägt. Ich war vor etwa 15 Jahren bei einem Vortrag von ihm in der Schweisfurth Stiftung am Nymphenburger Schlosspark. Ich bin immer wieder verblüfft, wie viel Englisch ich verstehe, wenn es um für mich interessante Themen geht. Im beruflichen Kontext fehlen mir oft die Worte, aber das könnte auch noch andere Ursachen haben 😉 Das erinnere ich wahrscheinlich nicht zum ersten Mal...  Deshalb nun zu dem Video mit Gerald Hüther, da ich mir ein zweites Mal zusammen mit Wolfgang in der schönsten Ferienwohnung ever im Allgäu vor einem knisternden Feuer im Ofen angehört habe. Gerald Hüther vermittelt seine Beobachtung,...

mehr lesen

Es geht: Um die Liebe

In dem Adventskalender, den ich bekommen habe war unter anderem ? ein Band mit Liebesgedichten. Ausgewählt von Konstantin Wecker. Wir lesen immer wieder ein paar und staunen über die Worte, die teils sehr tiefgründig, teils frivol (auch ein schönes Wort), aber auch mal derb daher kommen. Es gibt ein Einmerkerbändchen (das ist für mich mit ein Grund um mich für ein Buch zu entscheiden - ich weiß das ist jetzt eher banal) und das ist bei dem Gedicht von Christian Morgenstern "Es ist Nacht" eingelegt. Eigentlich wollte ich eines der Gedichte raussuchen, die ich am Sonntag vorgelesen bekam. Aber wie gesagt, so ein Einmerkerbändchen ist einfach unwiderstehlich. Es ist Nacht von Christian Morgenstern Es ist Nacht, und mein Herz kommt zu dir, hälts nicht aus, hälts nicht aus mehr bei mir. Legt sich dir auf die Brust, wie ein Stein, sinkt hinein, zu dem deinen hinein. Dort erst, dort erst kommt es zur Ruh, liegt am Grund seines ewigen Du. Das war eines der ersten Gedichte, die wir aus dem Band gemeinsam gelesen hatten. Ich kannte es nicht und war sehr berührt. Im Herzen des anderen zur Ruhe zu kommen - erkannt oder gespiegelt im eigenen Sein. Wunderschön. Verliebt man sich und liebt man anders, wenn man jenseits der Fünfzig ist? Ich denke ja, weil ganz andere Dinge wichtig werden. Es ist nicht mehr so wesentlich Recht zu haben und seine Art, Dinge zu tun, zu verteidigen. Man kann sich sehr viel offener begegnen und braucht sich nichts (mehr) vorzumachen.  Jeder hat schon das ein...

mehr lesen

Wünsche, die sich in Asche transformiert erfüllen (hoffentlich)

Die Rauhnächte sind rum und damit sind 12 Wünsche auf Zetteln dem Feuer übergeben und zu Asche verbrannt. Ein letzter Wunsch ist übrig geblieben um den ich mich selbst kümmern darf. Ich finde es schön, dass genau dieser Wunsch nicht in Flammen aufgegangen ist - er handelt von Freundschaft.  Alle anderen Wünsche kann ich einfach dem Universum überlassen und mich um die Erfüllung dieses einen kümmern. Somit kann ich mir die guten Vorsätze fürs neue Jahr sparen und gehe direkt in die Aktion der kleinen Schritte. Ich habe mal im Google eingegeben: Synonyme für Wunsch und folgende Worte sind dazu aufgeploppt: Interesse, Verlangen, Streben, Anliegen, Sehnsucht, Illusion, Bedürfnis, Begehren, Ersuchen, Begierde, Ansinnen, Ansuchen. Die Bedeutung des Wortes wurde in SIEBENUNDZWANZIG !! Kategorien aufgegliedert. WOW! Zwei davon hier als eine Art amuse gueule. Absicht. Innerer Antrieb. Das sind schon mal zwei gute Kräfte, wenn man Routinen ändern will. Gewohnheiten sind sehr mächtig und brauchen einfach Zeit und viel Geduld zur Umwandlung. Denn sie haben eine Funktion und geben einen Rahmen, aus dem man nicht unbedingt fallen will - womöglich ohne Netz und doppelten Boden. Deshalb prüfe, wer sich auf eine solche Änderung einlässt vorab sein Selbstmitgefühl und die Freundlichkeit zu sich selbst, damit ein kleiner Ausrutscher nicht gleich zum Abbruch der Aktion führt. Hilfreich ist eine Art "Notfallkoffer" mit Gedulds- und Nachsichtpflastern, damit man dabei bleiben kann, wenn der neue...

mehr lesen

Ein Jahreswechsel, mitten in Frühlingsgefühlen

Sylvester/Neujahr von 2021 auf 2022 war auch schon mild und sonnig, aber der Jahreswechsel auf 2023 hat nochmal eine Schippe drauf gelegt. Von 10 bis 12 Grad auf 16 Grad (in Stuttgart angeblich 20 Grad!) Ich habe in meinen Rauhnachtsheften nachgesehen. Es sind aktuell eher Mildnächte anstatt Rauhnächte. Der Wunsch nach Rückzug und Reflektion ist nicht so dringlich, wenn die Sonne lacht... Trotzdem setzen wir uns jeden Abend so ein halbes Stündchen, oder länger an den Tisch und schreiben und gestalten das Rauhnachtsheft 2022 auf 2023. Dazu gehört eine Karte aus einem Stapel Tarot zu ziehen und sich gegenseitig die Geschichte dazu vorzulesen. An Sylvester zog ich die Karte "Tun". Die Geschichte dazu wird vorab mit dem Satz,  "Vertraue auf Allah, aber binde zuerst Dein Kamel an", zusammengefasst. Im Grunde geht es darum sich für die eigenen Belange einzusetzen, sich anzustrengen und alles zu tun was möglich ist. Sich nicht vor der eigenen Verantwortung zu drücken und wenn etwas schief geht, das Schicksal dafür verantwortlich zu machen. Dann aber auch los zu lassen und mit dem was daraus erwächst o.k. zu sein.  Das gilt im Kleinen, wie im Großen. Das heißt auch den inneren Schweinehund zu überwinden und mit "lieb gewordenen" Gewohnheiten zu brechen, um den selbst gesetzten Zielen näher zu kommen. Sich für Neues zu öffnen um nicht im Stillstand zu versinken. Das ist in jeder Lebensphase etwas völlig anderes. Da ist es wichtig genau hin zu schauen, für was man seine Kraft...

mehr lesen

Manchmal wäre es mir lieber etwas zu umgehen, als damit umgehen zu müssen…

Sonntag Abend, meist die Zeit um den early-Bird zu schreiben, oder zumindest vorzubereiten. Ganz selten entsteht er direkt am Montag in der Früh. Diesmal sicher nicht. Um was geht es? Was beschäftigt mich gerade am meisten? Gesundheit bzw. die Abwesenheit der selbigen beschäftigt mich immer wieder. Eine entzündete Schulter mit "angeriffelter" Sehne, Fersensporn dem nun hoffentlich mit der fünften Stoßwellentherapiebehandlung der Garaus gemacht wurde, Schmerzen im unteren Rücken, in den Muskeln oder Sehnen, aufflammende Erkältung - ach nein das war dann doch eine Migräne. Und jetzt scheint sich von jetzt auf gleich eine Blasenentzündung anzukündigen. Es geht mir sowas von auf die Nerven! Ja klar, es gibt immer Menschen denen es viel schlechter geht als mir. Und trotzdem jammere und schimpfe ich jetzt einfach mal, weil sich damit vielleicht die Erinnerung an das letzte urologische Erlebnis etwas in den Hintergrund schieben lässt. Nebenher werde ich viel trinken, soviel wie eben geht. Neben dem Spezialtee noch homöopathisches Cantharis in Wasser gelöst. Cranberrysaft wäre gut - habe ich aber nicht da. Verdammt! 4. Advent, es brennen nicht nur die 4 orange farbigen Kerzen auf dem Adventskranz... Eine Blasenentzündung hätte Frida Kahlo sicher mit Handkuss genommen. Neben einer angeborenen Erkrankung der Wirbelsäule hatte sie auch noch als ganz junge Frau einen heftigen Unfall in einer Straßenbahn, bei dem sie von einer Haltestange durchbohrt worden war... Unzählige Operationen...

mehr lesen

Ein Spagat in Nachhaltigkeit?

Die letzte Woche war sehr umtriebig. Lesung, Konzert, Treffen mit Kolleginnen, Handwerk, Kunst, Film und Kryptowährung. Kryptowährung passt so gar nicht in diese Erlebnisse - finde ich. Um ehrlich zu sein, habe ich den Sinn immer noch nicht verstanden, aber das mag daran liegen, dass dieses Thema es bisher nicht geschafft hat mein tiefstes Interesse zu wecken. Nun "infiltriert" diese Währung den Kunstmarkt und so ist sie mit einem sehr interessanten Projekt in mein Bewußtsein gerutscht. 39 internationale Künstler:Innen haben sich in einem Projekt zusammengefunden um mit unterschiedlichsten Portraits von Basquiat eine NFT-Kunstsammlung anzulegen. Und erwerben kann man diese digitalen Bilder ausschließlich mit dieser "virtuellen" Währung. Nachdem Wolfgang diesen Künstler, der bereits mit 28 Jahren gestorben ist, sehr schätzt und ich seine Bilder auch sehr ansprechend finde, sind wir am Sonntagmittag in die Daiserstraße 9 geradelt um diese Sammlung in der ARTESPACE GALLERY aus der Nähe zu betrachten und etwas über NFT (Non-Fungible Token = Nicht austauschbarer Token) zu erfahren. Den Begriff "Token" kenne ich im Zusammenspiel von Geldeinzug im e-Commerce business. Das heißt aber nicht, das ich weiß was es bedeutet. Das gehört zu dem Teil meiner Arbeit, die (ähnlich wie Zahlentapeten in Exceltabellen) eher Unbehagen auslösen. Hier die Erklärung von Wikipedia: Ein Non-Fungible Token (NFT) ist ein „kryptografisch eindeutiges, unteilbares, unersetzbares und überprüfbares Token,...

mehr lesen

Auch der Advent hat etwas mit Geduld zu tun

Das war jetzt eine etwas längere, gar nicht so geplante, Pause. Aber wir waren unterwegs. Erst ein Wochenende auf einer tollen Geburtstagsfeier in Bayreuth und dann das Wochenende darauf andere Freunde in Straßburg besuchen. Wunderbare Begegnungen und mal wieder eine Veränderung des Blickwinkels. Auf die Welt "da Draußen", aber auch auf das Innerste, ganz tief drinnen. Dieses Wochenende wieder hiesig - ein entspanntes "Nachklingen" und Reflektieren - mindestens genau so wertvoll. Mir ist auf jeden Fall (wieder einmal) sehr bewusst geworden, wie wichtig und wertvoll Freundschaften sind und wie bereichernd es ist, diese über Jahre und Jahrzehnte zu pflegen. Darauf zu vertrauen, dass sich mein Gegenüber wirklich freut mich zu sehen und dass es möglich ist, den Faden auch nach längerer Pause wieder aufzunehmen. Ich bin baff erstaunt über die Großzügigkeit und die Offenheit, die mir entgegengebracht wird. Und was mich ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass sich Wolfgang so leicht in neue Kreise hinein bewegt. Das unterstützt mich, denn mit mir bzw. bei mir ist das nicht immer so "geschmeidig". Gemeinsam gelingt es besser. Und es braucht Geduld. Ein weites und doch so bekanntes Übungsfeld. Dranbleiben und wenn ich mich in anderen Themen/Dingen verliere, immer wieder darauf zurück kommen. Nicht hartnäckig, sondern mit einem langen Atem - einem langen Aus-Atem. Los lassen. Lebendigkeit statt Perfektion. Was für eine Erleichterung! Im aktuellen ZEITmagazin sind ein paar...

mehr lesen

Was ein Gewürzkorb über mich erzählt

Zu meinem 44ten Geburtstag habe ich von einer Freundin einen tollen Korb mit Duschgel, Bodylotion und einem Saunahandtuch bekommen. Die Kosmetikartikel waren schnell verbraucht, das Handtuch habe ich irgendwann bei einem Saunabesuch vergessen, aber den Korb hatte ich noch. Er stand bis vor ziemlich genau vier Wochen in der Küche, chaotisch gefüllt mit all meinen Gewürzen. Er hat einen großen Teil der Arbeitsfläche in Beschlag genommen und wenn ich ein spezielles Gewürz benötigt habe, musste ich ihn teilweise komplett ausräumen um fündig zu werden. Beides hat mich mehr als ein Jahrzehnt nicht gestört. Ich kann mir solche Kleinigkeiten ewig "ansehen" ohne auch nur den Hauch eines Wunsches nach Veränderung zu verspüren. Genauso mein Bücherregal, in dem Bücher scheinbar ohne jegliche Ordnung und einige auch davor auf dem Boden liegen... Erst mal zurück zu den Gewürzen. Es gab schon ein paar Anmerkungen von meinem Lieblings-Gastkoch, die mich jedoch völlig unberührt ließen. Meine Küche, meine Gewürz(un)ordnung. Aber am Freitag, bevor Kunst in Sendling startete, hat mich der Rappel gepackt. Ich habe eine Schublade ausgeräumt und alle Gewürze, alphabetisch geordnet, eingeräumt. Das sah sehr übersichtlich aus und hat mir auch sehr gut gefallen. Allerdings mussten nun das ausgeräumte Besteck einen neuen Platz finden. O.k. also eine andere Schublade ausräumen - Küchenutensilien lagen jetzt auf der Arbeitsfläche. Das Besteck bekam eine neue Heimat. Die Lösung für die Utensilien war...

mehr lesen

Einfach mal ausatmen

Ich habe es immer wieder mit der Beurteilung von Menschen zu tun. Einerseits will ich Menschen nicht in Schubladen stecken und andererseits passiert das immer wieder ganz automatisch - das Bewerten. Angeblich auch ein Relikt aus der Evolution, weil wir Situationen und Menschen blitzschnell einordnen mussten um zu entscheiden, ob dieser Mensch ein Freund oder ein Feind ist. Also ein ÜberlebensMECHANISMUS. Als ich vor einigen Jahren begann Meditation intensiver zu praktizieren dachte ich mir: "Du meine Güte, was bin ich für ein wertender Mensch!" Das lag aber einfach daran, dass ich angefangen habe meine Gedanken in der Stille der Meditation überhaupt erst mal bewusst mit zu bekommen. Das Etikettieren hat mir geholfen meine Gedanken zu "sortieren" und den Prozess des Bewertens zu entlarven. Ich bewerte immer noch blitzschnell, aber dann erinnere ich mich, dass Gedanken nur Vorschläge sind. Ich muss sie nicht glauben. Andererseits leben wir in einer Leistungsgesellschaft und im Job spielt die Bewertung eine große Rolle. In der Firma in der ich arbeite gibt es dafür einen ganzen Prozess mit einem System über das sich prächtig streiten lässt. Weil es natürlich nicht gerecht ist - nicht gerecht sein kann, weil Menschen die Bewertung vornehmen. Objektivität herrscht vielleicht in den Wissenschaften, wobei sich z.B. in der Quantenphysik herausgestellt hat, dass so ein Teilchen ganz anders reagiert bzw. sich zeigt, wenn es beobachtet wird. Halleluja! Wie soll es dann bei Menschen...

mehr lesen

Kunst bewegt

Unter diesem Motto leitet eine der Organisator:Innen von Kunst in Sendling (KiS) Führungen zu verschiedenen Stationen dieser 3-tägigen Veranstaltung. Ich greife dieses Motto auf, weil mich diese Tage sehr bewegt haben. Sie haben mich berührt, angezündet und nach knapp zwei Wochen Corona meine Lebendigkeit angeschubst. Es fühlte sich an, als ob alle Zellen wieder prall gefüllt und Freude und Lust am Leben wieder eingezogen sind. Es war ganz wunderbar, dass Freund*Innen, Bekannte und auch viele neue Interessierte die Station 01, Ateliergemeinschaft "Fugger 4" besucht, und sich interessante Gespräche ergeben haben. Eigentlich hatte ich ein bisschen Bedenken, dass ich noch nicht fit genug sei und wollte eigentlich nur stundenweise anwesend sein. Und dann bin ich nur einmal früher gegangen und war nicht angestrengt, sondern im Gegenteil sehr aufgeweckt und fit als am Sonntag kurz vor 19 Uhr alle Wegweiser wieder abgenommen und das Atelier wieder in den "Normalzustand" zurückverwandelt war. Eines der Highlight war, dass diesmal eine der Führungen am Sonntag den Weg zur Station 01 fand. Bereits am Freitag war G. bei uns um uns ein bisschen zu interviewen und sich für diesen Anlass vorzubereiten. Als sie dann am Sonntag gegen 13:30 mit ungefähr zehn Personen bei uns hereinmarschierte, gab es eine ganz kurze Einweisung von ihr. Dann führte Sie alle zuerst zu meinem Platz und bat, dann völlig überraschend darum, dass ich doch einige Worte zu meiner Kunst sagen sollte. Und ich habe...

mehr lesen

Wir sind Number One

Dieses Wochenende war ich echt produktiv. Und fleißig am üben und machen. Und am Lernen - bis hin zur Interpunktion ? - das ist bei mir eher Bauchgefühl. Sorry falls euch da das ein oder andere auffällt. Mir fällt es oft erst dann auf, wenn das Rechtschreibeprogramm rote Kringel setzt. Und das Programm hat - glaub ich - auch seine Schwächen... Und mir fällt auf, dass einiges nicht mehr funktioniert, z.B. jemanden zu finden, der sich verantwortlich fühlt. Der Fachkräftemangel ist angekommen in einer Welt in der das Analoge einfach per "copy paste" in das Digitale "hineingepflanzt" wird. Ich bin weit davon entfernt diesen Spruch, der allen jenseits der 60 angedichtet wird, anzuführen "Früher war alles besser". War es nicht. Ich bin ja auch noch keine 60. Aber ich hatte einen Ansprechpartner, der Ahnung von dem hatte, was er tut und der seinerseits Kontakte hatte, die er anrufen konnte um direkt eine Antwort auf eine konkrete Frage zu bekommen. Heute schreibe ich an Sammel-Email-Boxen. Oder ich mache ein Ticket auf. Wenn ich "Glück habe",  dann gibt es eine Hotline. Diese "Zusammenarbeit" mit Callcentern weiter auszuführen, da fehlt mir tatsächlich der Humor. Das Thema Verantwortlichkeit hat meinen Chef und mich letzte Woche, einschließlich dem Wochenende, an den Rand der Verzweiflung gebracht. Leider ist es noch nicht zu Ende - wahrscheinlich wird das eine weitere Lebensaufgabe... Also zurück zu meiner Produktivität ?Ich war im Atelier und habe an zwei Bildern gearbeitet....

mehr lesen

Cool bleiben

Der gestrige Tag war praktisch ideal zum Daheim bleiben. Nass, kalt und grau. Außer zum einkaufen wäre ich wohl auch sonst nicht unbedingt raus gegangen. Bei mir war Haushalt angesagt - klar Schiff machen in jeder Hinsicht. Das ist ja nicht meine Lieblingsdisziplin, aber das rumwirbeln in der Wohnung hat mir gut getan. Dann war Platz für Kreativität. Eine Collage zum aktuellen Thema mit Worten aus der SZ und dem AHA der Achtsamkeit. Plaudern mit Freundinnen. So ein Tag ist schnell rum und trotzdem bleibt genug Zeit um sich verrückt machen zu lassen. Will ich das? Hilft mir das? Hilft es sonst wem? Klare Antwort: Nein Also cool bleiben und das was ist wahrnehmen. STAY CALM! Und dann noch ein Auszug aus einer Email, die ich von Indigoreisen bekommen habe. Unsere Gesellschaft scheint gerade einen Wandel durchzumachen - jeder spürt es. Die Menschen gehen, trotz der Distanz, die gerade jetzt so wichtig ist einzuhalten, wieder liebevoller und wertschätzender miteinander um. Neben Unsicherheit und Angst, die in dieser Zeit klarerweise auch spürbar sind, besinnt man sich auf die Basisbausteine des Lebens: die Gesundheit und die nährenden Beziehungen. Wenn wir dieses Bewusstsein hinüberretten, in die "Zeit danach", dann hat dieses mikroskopisch kleine Teilchen nicht nur eine Spur der Verwüstung hinterlassen, sondern uns die Möglichkeit gegeben, einen Samen der Meschlichkeit und Hoffnung zu säen. In diesem Sinne, bleibt verbunden mit euren Lieben und vor allem bleibt gesund. Ich hab...

mehr lesen

newsletter
anmeldung

early bird blog

blog(s) auswählen:
tabIndex = 0 onclick