elisabeth hauner

kunst

Alles Gute passiert immer langsam
6. September 2021

Schwupps und schon ist September.

Dieses Wochenende mit wunderbarem Sonnenschein. Wie toll ist das denn! Nach der langen Regenstrecke eine wahre Wohltat. Motorrad fahren, Spazieren gehen, Biergarten und Balkon – die vier Optionen, die wir aus dem Spätsommer Potpourrie gewählt haben. Was für ein Luxus – das wird mir gerade bewußt.

Ich habe erst gestern meinen Kalender 😘 auf September umgestellt und folgenden Text von der jungen Schauspielerin, Poetry Slammerin und Sängerin Julia Engelmann gefunden: “Alles Gute passiert immer langsam. Also warum hab ich nie Geduld? Ich denke viel zu viel an alle anderen. Und ich gebe mir zu oft die Schuld.” Poetry Slam habe ich noch nicht live gesehen, nur mal kurz einen Ausschnitt in einer Aufzeichnung. Und so habe ich auf einer Plattform nach Julia Engelmann gesucht und zwei kurze Ausschnitte angeklickt. Ich finde es ganz unglaublich, wie sie mit Worten jongliert und dabei ihre Welt hinterfragt. Die einen malen, die anderen machen Musik, andere wählen Schreiben als Ausdruck für ihr innerstes Sein. Jede Form ist willkommen und Poetry Slam möchte ich unbedingt demnächst mal live sehen, wenn das möglich ist.

Also die Geduld. Ein Dauerbrenner. Wenn wir in Bewerbungsgesprächen junge Leute nach ihren Stärken und Schwächen befragen, dann ist auch immer die Ungeduld ein Thema. Es ist wohl ein Privileg der Jugend ungeduldig sein zu dürfen. Ist es umgekehrt auch ein Vorzug des Reifens geduldiger zu werden? Ich glaube schon. Manchmal führt aber auch Vergesslichkeit zu Geduld – das würde ich bedingt gelten lassen, weil es zeigt, dass die Dinge einfach nicht so “furchtbar” wichtig sind, wie sie mir manchmal erscheinen. Wenn jemand ungeduldig mit mir ist, dann mag ich gern “bockig” werden. Mich gedrängelt zu fühlen ist einer der Zustände, die ich nicht so besonders schätze. Da braucht es eine klare Haltung. Gut Ding will Weile haben – nicht Langeweile, sonder einfach Zeit. Wenn mir jemand Zeit lässt, vor allem bei neuen Dingen, dann bin ich sehr dankbar. Dann komme ich mir nicht wie eine Vollidition vor. Ich darf langsam machen um mir Schritte einzuprägen, oder zu notieren, damit mir diese beim nächsten Mal schon etwas bekannt vorkommen können. Geduldige Menschen sind eine Wohltat. Ich habe letzte Woche zwei Kolleg*Innen sehr intensiv um Unterstützung gebeten, weil ich in einem, für mich neuen, Vertragstool “dringend” einen Vertrag hochladen und durch das ganze, komplexe Prozedere jagen musste um ihn zur Unterschrift an einen unserer Dienstleister zu schicken. Ich habe mir Zeit genommen und hatte das Glück diese zwei sehr nachsichtige Helferlein zu haben. Dabei habe ich auch Fehler gemacht und bekam ganz pragmatische Hilfe bei der Korrektur. Es war richtig spannend dieses “trockene” System auf diese Art kennen lernen zu dürfen. Die Geduld der beiden hat mir erlaubt die Erfahrung zu machen, dass Neues zu lernen richtig Spaß machen kann und ich endlich mal den Satz aus meinem ersten Schulzeugnis widerlegen konnte: “Elisabeth sollte nicht immer so skeptisch gegenüber neuen Themen sein.”

Das hat jetzt allerdings sehr viel Geduld gebraucht – fast fünfzig Jahre. Manchmal dürfte es schon a bisserl schneller gehen 😉

Ich wünsch Dir einen guten Start in die neue, sonnige Woche 🌞 und viel Geduld, vor allem mit Dir selbst.

 

Die Collage zeigt spontan ausgewählte Wörter und Bilder aus der Wochenzeitung “Zeit” vom 26.08. bis zum 01.09.2021

Take That: Patience

Eine buddhistische Geschichte zur Geduld: 3 Minuten

 

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