elisabeth hauner

kunst

Alte Wunden brauchen neue Strategien
11. September 2022

Manche Kindheitswunden brauchen lange um zu heilen und das tun sie nicht von alleine. Also nach dem Motto: “Die Zeit heilt ALLE Wunden”. Es braucht hinschauen, hin spüren und annehmen. Das ist ziemlich schmerzhaft, hilft aber nichts. Viele erlebte, positive Gegenbeispiele sind nötig um glauben zu können, dass es jetzt anders ist und nicht so, wie die Kindheitserinnerung immer noch glauben machen will. Außerdem liegen Jahrzehnte dazwischen und in vielen Bereichen bin ich tatsächlich erwachsen geworden. Erwachsen werden, das war mein sehnlichster Wunsch als Kind. Nicht mehr abhängig zu sein von einer Familie in der ich nicht gewollt war. Das ist meine tiefe Wunde. Nicht gewollt zu sein. Es gibt einen Spruch, der Albert Schweitzer zugeordnet wird, den mein Meditationslehrer öfters zitiert hat: “Ich bin Leben, das leben will unter Leben, das leben will.” Und heute verstehe ich, dass damit auch gemeint ist, seinen Platz einzufordern und einzunehmen. Nicht darauf zu warten, dass der rote Teppich ausgerollt wird, sondern mit Selbstverständnis mitten rein zu springen. “Hier bin ich!” Nicht klein werden und in die Opferhaltung gehen, sondern den Automatismus enttarnen. Etwas Neues ausprobieren. Dabei wahrscheinlich auch Mal auf die Nase fallen. O.k. Dann klappt es das nächste Mal schon besser. Üben. Geduld. Vielleicht auch Geduld üben. Und Grenzen anerkennen. Ich werde wohl nie eine Entertainerin werden, aber das ist ja auch gar nicht nötig. Einen Schritt nach dem anderen und dabei im Hier und Jetzt bleiben. Nirgendwo anders sein wollen, als da wo ich gerade bin mit den Menschen, die da sind. Ich bleibe dran.

Audio: Liebevolle Achtsamkeit. Meditation in 3 Schritten. Aus dem Buch “Mit dem Herzen siehst Du mehr” von Aljoscha Long und Ronald Schweppe. 10 Minuten

Das letzte Mal die Zeitschnipsel aus der Wochenzeitung “Zeit” vom 25. bis 31. August bis 2022. Das Projekt ist zu Ende. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

Das letzte Lied, dass ich am Sonntagabend im Atelier gehört habe: “Those were the days” von Mary Hopkin

 

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