elisabeth hauner

kunst

Unverschämt gut
31. Januar 2022
Mit den Worten “Es geht mir unverschämt gut” habe ich letzte Woche eine Nachricht an meine Heilpraktiker Freundin D. begonnen. Um dann im nächsten Satz zu hinterfragen, ob ich die Einnahmefrequenz des homöopathischen Mittels, das sie in detektivischer Detailarbeit für mich herausgefunden hatte, von täglich auf wöchentlich oder gar 14-tägig verändern solle? Die Antwort war : “Auf wöchentlich.” Und nun werde ich beobachten, wie sich mein Seinszustand damit verhält. Was heißt unverschämt gut? Was bedeutet es genau und woher kommt das? Damit beschäftigte ich mich nun seit einigen Wochen, weil ich es zum einen nicht glauben kann, dass es schon so lange anhält und zum anderen doch alles berücksichtigen möchte, was darauf einzahlt.

Beginnt vielleicht “einfach” die jahrelange Yoga- und Meditationspraxis und meine Art der Lebensführung, die sowohl ausreichend Schlaf, als auch einigermaßen vernünftige Ernährung berücksichtigt, Wirksamkeit zu zeigen? Ist es der Kurs bei Heike zum Thema Selbstmitgefühl und Selbstregulation bzw. die Therapie-Stunden im Kontext des IFS (Inner Family System)? Was hat das Bild mit dem “aufsteigenden Mittelfinger”, dem Ausdruck der Wut, damit zu tun? Unvollendet wie es ist? Welchen Einfluß hat meine Partnerschaft (ich wähle dieses Wort ganz bewußt) mit Wolfgang? Und welche Rolle spielen diese vermaledeiten Wechseljahre in diesem Gefüge? Brauchte es all diese “Komponenten” im Verbund? Bedingen sie sich gegenseitig? Ich habe beschlossen, in Sherlock Holmes Manier, Antworten darauf zu finden und weiterhin genau zu beobachten, was so vor sich geht.

Vor zwei Wochen war in der Zeit ein Leitartikel auf den ich sehr heftig reagiert habe. Unter dem Titel “Schluss mit lustig” wurde die alternative Heilkunst mit Esotherik und verantwortungloser Quacksalberei an einem hanebüchenen Aufhänger, in einen Topf geworfen. Erst dachte ich, dass ich bei diesem Thema möglicherweise sehr sensibel reagiere, weil ich mich fast ausschließlich an diese Methoden halte. Aber auch Wolfgang, der die Schulmedizin aus wissenschaftlicher Sicht sehr ernst nimmt, bescheinigte diesem Artikel “Bildzeitungsniveau”. Ich setzte mich hin und verfasste zum ersten Mal in meinem Leben einen Leserbrief. Die Art sollte reflektiert und deutlich sein. Deshalb bat ich Wolfgang nochmal drüber zu lesen, bevor ich ihn an die Redaktion der Zeit schickte. Ich war wütend und wollte meinem Ärger auch Luft machen. Ich war sehr zufrieden mit mir. In der nächsten Ausgabe war kein einziger Leserbrief zu diesem Thema abgedruckt. Ich dachte “Interessant! Das Thema scheint keine Aufmerksamkeit zu wecken”. Geduld, Geduld. In der aktuellen Zeit sind nun gleich mehrere Reaktionen abgedruckt, die sehr wohlformuliert “in meinem Sinne” Kontra geben. Meine Zeilen waren nicht abgedruckt, was mich aber nicht betrübt. Das Wesentliche war, dass ich auf etwas reagiert habe. Dieses Gefühl ernst genommen, mich hingesetzt, meine Meinung formuliert und adressiert habe. Nicht in Starre verharren, sondern Anteil nehmen, mich einmischen und aktiv werden. Das fühlt sich sehr lebendig an! Einfach unverschämt gut 😉

Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche – der Januar geht heute zu Ende. Willkommen Februar!

 

“Freude atmen”: 6 Minuten um das Gute zu Dir zu nehmen (eine Übung frei nach dem Neurowissenschaftler Rick Hanson)

Die Collage zeigt spontan ausgewählte Wörter und Bilder aus der Wochenzeitung “Zeit” vom 13. bis zum 19.01.22 und vom 20. bis zum 26.01.2022

So happy it hearts: Bryan Adams scheint nachfühlen zu können, was “unverschämt gut” bedeutet. Obwohl – weh tut es nicht 😎

Kurz und gut: Solltest Du vorhaben in München SCHICK essen zu gehen, dann gehe NICHT ins Brenner in der Maximilianstrasse. Ausser, Du bist zwischen 25 und maximal Anfang 30 und arbeitest in einer hippen Kanzlei. Das Essen war o.k., aber es war extrem laut. Gut, dass wir uns davor schon angeregt unterhalten hatten 🧐 Wenn Du einen Tipp für einen besonders, besonderen Italiener hast, dann sag Bescheid. Nein, dass Acetaia weiß ich schon – da haben wir leider keinen Platz mehr bekommen.

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