elisabeth hauner

kunst

Watermelone sugar high
14. Juni 2021

Vielleicht lerne ich es doch noch – Momente intensiv zu genießen, wenn sie da sind. Bis zum Schluß. Ohne auf die Uhr zu sehen und daran zu denken, dass ich ja am nächsten Tag wieder arbeiten muß. Vielleicht gelingt es mir irgendwann doch in den Flow des Lebens zu gleiten.

Wenn dann gelingt es mir im Sommer 😎

Ich hatte am Samstag schlechte Laune. Warum? Weil ich den Eindruck habe, dass es der Menschheit völlig egal ist, dass wir in einer nicht mehr zu übersehenden Klimakrise gelandet sind. Nicht unverschuldet, sondern unbewußt. Und ich bin natürlich ein Teil der Menschheit. Es wird auch davon gesprochen, dass es eine Menschheitskrise ist. Das hört sich für mich stimmiger an. Dem Klima ist es egal, wie es sich entwickelt. Aber für die Menschen ist das Klima ganz und gar nicht wurscht. Ausgelöst wurde der Miesepeter von einem Buch, das ich angefangen habe. Ein Sachbuch. Von Frank Schätzing. Ja genau der Schätzing der z.B. “Der Schwarm” geschrieben hat. Ich habe bisher kein einziges Buch von ihm gelesen. Im Gegensatz zum Durchschnittsdeutschen gucke ich auch keine Krimis (ich glaube den letzen Tatort habe ich vor ca 10 Jahren gesehen – den aus Münster). Schätzing skizziert im Einstieg des Buches, dass wir Deutschen gern Krimis gucken, weil da am Anfang ein Unrecht geschieht, dass im Laufe von 90 Minuten aufgeklärt und bestraft wird. Der Täter wird überführt und zur Rechenschaft gezogen. Damit wird die Illusion unterstützt, dass die Welt wieder in Ordnung ist. Man legt sich sich ins Bett und kann beruhigt einschlafen.  Im Gegensatz zum Krimi, fängt ein Thriller meist sehr harmlos an – eigentlich in einer heilen Welt. Diese wird dann ins Chaos gestürzt – das Ende ist nicht unbedingt ein Happy End.  Und wir mittendrin. Wenn ich mir dann überlege, dass ich einen Job mache, der voll auf den Konsumwahn einzahlt, dann werde ich super unzufrieden und meine Laune macht die Biege. Ich frage mich dann immer wieder, was kann ich denn tun, damit diese Welt in 30 Jahren noch lebenswert ist? Ich habe keine Kinder, aber zwei Neffen die inzwischen über 30 sind. Wenn ich an diesem Punkt angelangt bin, dann muß ich aufpassen, dass ich nicht eng werde. Den Eindruck habe, dass ich gar nichts mehr darf. Ich lande dann in einer regelrechten Konsumverweigerung. Und finde, dass das Leben eine Zumutung ist. Dieses Wort führt mich zu einem Bericht in der Zeit, der sich mit der schwächelnden (gerade wieder zum Leben erweckten) CDU beschäftig. Was denn ein tragendes, sich unterscheidendes Parteiprogramm enthalten müsse? Die klare Information, dass wir es in der Zukunft mit Zumutungen zu tun bekommen werden. Politisch bin ich zwar anders orientiert, aber das wäre doch mal ein Statement.

Zu meinem Glück gibt es Menschen, die solche Themen als Herausforderung sehen. Sich mit Alternativen beschäftigen und trotzdem sehr wohl das Leben genießen können und wollen. Und ich kann mich davon anstecken lassen. Dinge anders tun – aus Überzeugung, ohne zu  missionieren.  Und es macht ja auch überhaupt keine Sinn die Opferrolle einzunehmen und/oder in Depression zu verfallen. Und wie geht das dann zusammen mit dem Flow im Leben? Urlaub anders planen. Anreise mit dem Zug anstatt mit dem Auto. Und dann erst mal ganz banal mit dem Weg in die Arbeit. Homeoffice wird sicherlich auch nach Corona in bestimmtem Umfang möglich bleiben. Die restlichen 2 oder 3 Tage mit dem Fahrrad ins Büro. Das gehe ich jetzt an. Ich hab schon viele Anläufe genommen – jetzt mach ich es. Und im Sommer kann der Einstieg gelingen 😇

Ich wünsche Dir einen guten Start in eine sommerliche Woche.

 

Für ganz wenig Zeit: Die 1 Minuten Meditation

Die Collage zeigt spontan ausgewählte Wörter und Bilder aus der Wochenzeitung “Zeit” vom 02.06. bis 09.06.2021

Und vielleicht gelingt der Flow im “Watermelone sugar high” von Harry Styles

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